Die Rebsorte Montepulciano

Eine Traube, eine Stadt und zwei Weine tragen denselben Namen, doch die Traube hat mit der Stadt nichts zu tun. Die Rebsorte Montepulciano stammt aus den Abruzzen, die Stadt liegt in der Toskana. Hier erfährst du, woher sie kommt, wo sie wächst und wie ihre Weine schmecken.

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Herkunft

Die erste sichere Erwähnung stammt von 1792: Der Gelehrte Michele Torcia beschrieb die Traube auf einer Reise durch das Tal der Peligni rund um Sulmona in der Provinz L’Aquila. Von dort verbreitete sie sich in die Hügel an der Adria, wo heute die meisten Montepulciano-Reben stehen. Manche Quellen sehen den Ursprung auch in Torre de’ Passeri in der Provinz Pescara.

Lange wurde Montepulciano für eine Spielart des Sangiovese gehalten, wohl wegen der gleichnamigen Stadt in der Toskana. Rebsortenkunde und DNA-Analysen haben gezeigt, dass beide nichts miteinander zu tun haben.

Im Weinberg

Die Traube treibt spät aus und reift spät, oft erst im Oktober. Sie braucht deshalb warme, trockene Lagen. Ihre kleinen, dunklen Beeren haben eine dicke Schale mit viel Farbstoff. Daher kommt die tiefe Farbe der Weine, und daher reichen beim Rosé schon wenige Stunden Schalenkontakt für ein kräftiges Kirschrot.

Wo Montepulciano wächst

  • Abruzzen: das Kerngebiet mit Montepulciano d’Abruzzo DOC, den DOCG Colline Teramane, Terre Tollesi und Casauria sowie dem Rosé Cerasuolo d’Abruzzo.
  • Marken: im Rosso Conero mindestens 85 % (die Riserva heißt seit 2004 Conero DOCG), im Rosso Piceno 35 bis 85 %, in der DOCG Offida Rosso mindestens 85 %.
  • Molise: in der DOC Biferno, zusammen mit Aglianico.
  • Weitere Regionen: kleinere Flächen in Mittel- und Süditalien und einzelne Pflanzungen außerhalb Italiens.

Mit rund 30.800 Hektar (2021) ist Montepulciano nach Sangiovese die zweithäufigste rote Rebsorte Italiens.

Vergleich

Montepulciano, Sangiovese und Primitivo

Drei rote Sorten, die im deutschen Weinregal oft nebeneinander stehen.

MontepulcianoSangiovesePrimitivo
HeimatAbruzzen, MarkenToskana, MittelitalienApulien
Farbetief rubin, violetter Randheller rubin, wird granatsehr dunkel, violett
Säuremittelhochniedrig bis mittel
Tanninreif und weichdeutlich, oft straffweich
AromenSauerkirsche, Pflaume, PfefferKirsche, Veilchen, Tee, KräuterPflaume, Brombeere, Feige, Gewürze
Bekannte WeineMontepulciano d’Abruzzo, Rosso ConeroChianti, Brunello, Vino NobilePrimitivo di Manduria, Gioia del Colle
  • Montepulcianorubin-violett
  • Sangioveserubin bis granat
  • Primitivotief violett

Zum Probieren

Drei Gesichter der Traube

Der fruchtige Klassiker, ein biodynamischer Wein und eine gereifte Riserva zeigen, wie verschieden Montepulciano schmecken kann. Selbst verkostet habe ich sie nicht, die Angaben stammen von Erzeugern und Händlern.

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Häufige Fragen

Fragen zur Rebsorte

Ist Montepulciano eine Rebsorte?

Ja. Montepulciano ist eine rote Rebsorte aus Mittelitalien, vor allem aus den Abruzzen. Gleichzeitig ist Montepulciano eine Stadt in der Toskana, deren Wein, der Vino Nobile di Montepulciano, aber aus Sangiovese gemacht wird.

Ist Montepulciano mit Sangiovese verwandt?

Nein. Früher hielt man beide wegen der gleichnamigen Stadt für verwandt, Rebsortenkunde und DNA-Analysen haben das widerlegt. Es sind zwei eigenständige Sorten.

Wo wird Montepulciano angebaut?

Vor allem in den Abruzzen, außerdem in den Marken, wo er im Rosso Conero und Rosso Piceno steckt, in Molise und in weiteren Regionen Mittel- und Süditaliens. Kleine Flächen gibt es auch außerhalb Italiens.

Wie viel Montepulciano gibt es in Italien?

Nach Zahlen von 2021 rund 30.800 Hektar. Damit ist Montepulciano die am vierthäufigsten angebaute Rebsorte Italiens und nach Sangiovese die zweithäufigste rote.